Bei einer langen Zug-, Bus-, Auto- oder Flugreise bewegen sich die Beine oft stundenlang kaum. Das kann den Blutfluss in den Venen verlangsamen. Eine tiefe Venenthrombose entsteht zwar meist erst durch das Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren, doch höheres Lebensalter und eingeschränkte Beweglichkeit gehören zu den bekannten Risikofaktoren.
Warum langes Sitzen eine Rolle spielt
Das Österreichische Gesundheitsportal nennt langes Sitzen mit wenig Bewegungsmöglichkeit – etwa auf Reisen über mehrere Stunden – als einen Faktor, der den Blutfluss verlangsamen kann. Zusätzliche Risiken können frühere Thrombosen, Operationen, Krebserkrankungen, starke Bewegungseinschränkung, ausgeprägte Krampfadern oder bestimmte Gerinnungsstörungen sein.
Ob jemand eine spezielle medikamentöse Vorbeugung benötigt, lässt sich daraus aber nicht selbst ableiten. Diese Entscheidung gehört in ärztliche Hände.
Bewegung ist die einfachste Basismaßnahme
Auf längeren Reisen empfiehlt das Gesundheitsportal regelmäßige Bewegung. Stehen Sie – wenn möglich – immer wieder auf und gehen Sie ein paar Schritte. Im Sitzen helfen Fußkreisen sowie das abwechselnde Anziehen und Strecken der Zehen. Bei Autofahrten lassen sich kurze Pausen gezielt einplanen.
Enge Kleidung, die stark einschnürt, kann unangenehm sein. Ausreichend zu trinken ist ebenfalls sinnvoll. Alkohol sollte nicht als „Schlafhilfe“ für lange Reisen genutzt werden, weil er unter anderem dazu führen kann, dass man sich weniger bewegt.
Kompressionsstrümpfe oder Blutverdünner nicht auf eigene Faust
Kompressionsstrümpfe können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, müssen aber richtig passen. Noch wichtiger: Gerinnungshemmende Medikamente oder Spritzen sind keine allgemeine Reisevorsorge für alle Menschen ab 60. Wer bereits eine Thrombose hatte, kürzlich operiert wurde oder mehrere Risikofaktoren hat, sollte die Reisevorsorge rechtzeitig mit Ärztin oder Arzt besprechen.
Warnzeichen nicht ignorieren
Eine tiefe Venenthrombose kann sich unter anderem durch einseitige Schwellung, Schmerzen, Spannungsgefühl oder Wärme im Bein bemerkbar machen. Solche Beschwerden sollten rasch medizinisch abgeklärt werden.
Eine Lungenembolie ist ein Notfall. Plötzlich auftretende Atemnot, stechender Brustschmerz, Ohnmacht oder starke Kreislaufprobleme können Warnzeichen sein. Bei akuten Beschwerden ist in Österreich die Rettung unter 144 zu rufen.
Wer vor einer Reise besonders nachfragen sollte
Eine ärztliche Rücksprache ist besonders sinnvoll, wenn bereits eine Thrombose oder Lungenembolie aufgetreten ist, kürzlich operiert wurde, eine aktive Krebserkrankung besteht, die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist oder mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. Auch bei bekannten Gerinnungsstörungen sollte die Reiseplanung individuell besprochen werden.
Wichtig ist der zeitliche Vorlauf: Eine Vorsorgefrage am Flughafen lässt sich schlechter klären als einige Wochen vorher bei Hausärztin, Hausarzt oder Fachambulanz. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, kann bei dieser Gelegenheit auch prüfen, ob Einnahmezeiten bei langen Reisen oder Zeitverschiebung angepasst werden müssen.
Sitzplatz und Gepäck praktisch planen
Wer eine lange Reise plant, kann bereits bei der Buchung Bewegung erleichtern: ein Sitzplatz am Gang, realistische Umsteigezeiten und leichtes Gepäck machen es einfacher, regelmäßig aufzustehen. Bei Bus- oder Autofahrten sollten Pausen nicht erst dann eingelegt werden, wenn die Beine bereits stark unangenehm sind. Vorbeugung funktioniert am besten als normale Reisegewohnheit und nicht als Notmaßnahme am Ende einer langen Etappe.
Vor einer langen Reise
- Bewegungspausen fest einplanen.
- Im Sitzen Füße und Sprunggelenke regelmäßig bewegen.
- Ausreichend trinken.
- Bei bekannten Risikofaktoren vorab ärztlich nachfragen.
- Keine Gerinnungshemmer oder Kompressionsprodukte ohne individuelle Empfehlung einsetzen.
Hinweis: Der Beitrag informiert allgemein über Risikofaktoren und Vorbeugung. Bei Verdacht auf Thrombose oder Lungenembolie ist medizinische Abklärung erforderlich.
