Viele Stürze passieren nicht bei großen Abenteuern, sondern im ganz normalen Alltag: beim schnellen Gang ins Bad, beim Aufstehen in der Nacht, auf einer losen Teppichkante oder bei schlechtem Licht. Das Gute daran: Viele Risiken lassen sich mit einfachen Maßnahmen deutlich verringern. Eine sichere Wohnung soll nicht nach Krankenhaus aussehen. Sie soll vertraut bleiben, aber Stolperfallen entschärfen.
Beginnen Sie mit einem langsamen Rundgang durch alle Räume. Liegen Kabel quer über Wege? Rutscht der Teppich? Stehen kleine Möbel dort, wo man oft vorbeigeht? Gibt es Türschwellen, die man immer wieder übersieht? Alles, was auf Hauptwegen liegt, verdient Aufmerksamkeit. Teppiche brauchen rutschfeste Unterlagen oder sollten entfernt werden. Kabel gehören an die Wand oder hinter Möbel. Häufig genutzte Dinge sollten in Griffhöhe liegen, damit man nicht auf Sessel steigt.
Licht ist ein unterschätzter Sicherheitsfaktor. Gerade nachts ist der Weg vom Bett zur Toilette wichtig. Bewegungsmelder, Nachtlichter oder eine kleine Lampe in Steckdosennähe können helfen. Auch Treppen, Vorzimmer und Badezimmer brauchen klares, blendfreies Licht. Wer schlechter sieht, sollte nicht einfach „vorsichtiger“ sein müssen, sondern die Umgebung besser erkennbar machen.
Im Badezimmer zählt Rutschhemmung. Eine rutschfeste Matte in der Dusche, gut befestigte Haltegriffe und ein stabiler Duschhocker können den Alltag erleichtern. Wichtig ist, dass Haltegriffe fachgerecht montiert sind. Ein Handtuchhalter ersetzt keinen Haltegriff. Auch im Vorraum lohnt sich Ordnung: Schuhe sollten fest sitzen, Hausschuhe eine rutschfeste Sohle haben und nicht ausgetreten sein.
Sturzvorbeugung endet nicht bei der Wohnung. Gesundheit.gv.at verweist unter anderem auf körperliches Training, Beratung, gutes Schuhwerk, Hilfsmittel und das Beseitigen von Sturzfallen. Auch eine Sehkorrektur kann die Sicherheit beim Gehen verbessern. Wer unsicher geht, sollte das nicht als „normales Alter“ abtun. Physiotherapie, ärztliche Abklärung oder ein passendes Hilfsmittel können viel Selbstständigkeit erhalten.
Ein guter Tipp: Bitten Sie eine vertraute Person um einen Blick von außen. Man selbst gewöhnt sich an kleine Hindernisse. Besucherinnen und Besucher sehen oft sofort, wo Wege eng, dunkel oder rutschig sind. Ziel ist nicht Angst vor Bewegung, sondern mehr Freiheit. Eine sicherere Wohnung macht es leichter, aktiv zu bleiben, Gäste zu empfangen und ohne ständige Sorge durch den Tag zu gehen.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische, rechtliche oder behördliche Beratung. Bei Beschwerden, Unsicherheit oder konkreten Ansprüchen bitte Ärztin/Arzt, Apotheke, Beratungsstelle oder zuständige Behörde kontaktieren.
