Stromausfall zu Hause: So bleiben Sie auch ohne Strom handlungsfähig

Wenn plötzlich Licht, WLAN und manche Haushaltsgeräte ausfallen, wird schnell sichtbar, wie viele Alltagsabläufe Strom benötigen. Für Menschen ab 60 ist vor allem wichtig, nicht nur Lebensmittel zu lagern, sondern auch Beleuchtung, Kommunikation, Medikamente, Hilfsmittel und persönliche Kontakte mitzudenken. Ein einfacher Plan schafft Sicherheit, ohne den Haushalt in ein Lager zu verwandeln.

Zuerst klären: nur die Wohnung oder die Umgebung?

Prüfen Sie, ob Sicherungen oder Fehlerstromschutzschalter in der eigenen Wohnung ausgelöst haben. Wenn auch Stiegenhaus, Straßenbeleuchtung oder Nachbarwohnungen betroffen sind, liegt die Ursache wahrscheinlich außerhalb des eigenen Haushalts. Elektrische Anlagen sollten nicht geöffnet oder improvisiert repariert werden.

Ein batteriebetriebenes Radio oder offizielle Warninformationen am Mobiltelefon können bei größeren Störungen wichtige Hinweise liefern. Das Smartphone sollte deshalb nicht für unnötige Videos oder Dauertelefonate verwendet werden, wenn keine Lademöglichkeit vorhanden ist.

Licht ohne zusätzliche Brandgefahr

LED-Taschenlampen, Stirnlampen und batteriebetriebene Leuchten sind für einen Stromausfall meist sicherer als offene Kerzen. Legen Sie mindestens eine Lampe so ab, dass sie auch im Dunkeln erreichbar ist – zum Beispiel neben dem Bett und eine weitere im Wohnbereich.

Passende Ersatzbatterien gehören an einen festen Platz. Wer eine Powerbank besitzt, sollte sie regelmäßig laden und gelegentlich prüfen, ob das Ladekabel zum aktuellen Telefon passt.

Essen und Trinken praktisch planen

Der Österreichische Zivilschutz empfiehlt, Haushalte grundsätzlich so vorzubereiten, dass sie eine längere Versorgungsunterbrechung überbrücken können. Sinnvoll ist ein Vorrat an Wasser und Lebensmitteln, die man tatsächlich verwendet und regelmäßig ersetzt. So entsteht kein unnötiger Abfall.

Kühl- und Gefrierschrank sollten bei einem Ausfall möglichst geschlossen bleiben. Wie lange einzelne Lebensmittel sicher bleiben, hängt von Gerät, Temperatur, Füllstand und Dauer des Ausfalls ab. Im Zweifel verderbliche Lebensmittel nicht allein nach Geruch beurteilen.

Medikamente und medizinische Geräte brauchen einen eigenen Plan

Nicht jedes Medikament muss gekühlt werden, manche Präparate aber schon. Wer solche Arzneimittel verwendet, sollte vor einem Stromausfall wissen, welche Temperaturvorgaben gelten und wie lange das Präparat außerhalb der vorgesehenen Kühlung verwendbar ist. Diese Information kann Apotheke, Ärztin/Arzt oder Hersteller für das konkrete Medikament geben.

Bei Sauerstoffkonzentratoren, Beatmungsgeräten, elektrischen Pflegebetten, Ladegeräten für Mobilitätshilfen oder anderen wichtigen Geräten sollte vorab geklärt sein, ob es Akkubetrieb gibt, wie lange dieser reicht und welche Ersatzversorgung vorgesehen ist. Improvisierte Lösungen sind bei medizinischen Geräten keine gute Strategie.

Kontaktplan auf Papier

Viele Telefonnummern kennen wir nur noch aus dem Handy. Eine kleine Papierliste mit Angehörigen, Hausverwaltung, Hausarzt, Apotheke und wichtigen Diensten ist deshalb nützlich. Wer allein lebt, kann zusätzlich mit einer vertrauten Person vereinbaren, dass man sich bei einem längeren Ausfall kurz gegenseitig meldet.

Notrufnummern sollten nur für tatsächliche Notfälle verwendet werden. Wenn Telefonnetze stark belastet sind, helfen kurze, notwendige Gespräche dabei, die Verbindung für wichtige Fälle freizuhalten.

Was Sie nicht tun sollten

Generatoren, Griller oder andere Geräte mit Verbrennungsmotor gehören niemals in Wohnräume, Keller oder geschlossene Garagen, weil lebensgefährliches Kohlenmonoxid entstehen kann. Auch offene Flammen als Dauerbeleuchtung erhöhen das Brandrisiko.

Wenn Aufzüge ausfallen, sollten Menschen mit eingeschränkter Mobilität keine riskanten Treppenwege erzwingen. Besser ist es, frühzeitig zu klären, welche Hilfe im eigenen Haus verfügbar ist.

Praktische Checkliste

  • LED-Taschenlampe an einem festen, leicht erreichbaren Platz.
  • Powerbank laden und passendes Kabel bereithalten.
  • Wasser und regelmäßig genutzte haltbare Lebensmittel bevorraten.
  • Papierliste mit wichtigen Telefonnummern anlegen.
  • Für gekühlte Medikamente und elektrische Hilfsmittel individuellen Ausfallplan klären.
  • Kühlschrank und Gefriergerät möglichst geschlossen lassen.
  • Keine Generatoren oder Griller in Innenräumen betreiben.

Hinweis: Wer auf elektrisch betriebene medizinische Geräte oder gekühlte Medikamente angewiesen ist, sollte einen persönlichen Ausfallplan mit Geräteanbieter, Ärztin/Arzt oder Apotheke klären. Im akuten medizinischen Notfall gilt der Rettungsnotruf 144.