Osteoporose ab 60: Knochen stärken und Brüche möglichst vermeiden

Knochen wirken stabil, verändern sich aber ein Leben lang. Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochendichte ab. Bei Osteoporose wird dieser Abbau so ausgeprägt, dass Knochen leichter brechen können. Besonders problematisch sind Brüche an Hüfte, Wirbelsäule oder Unterarm. Die gute Nachricht: Knochengesundheit lässt sich auch im höheren Alter aktiv unterstützen.

Osteoporose macht lange kaum Beschwerden

Viele Betroffene merken zunächst nichts. Schmerzen entstehen nicht automatisch durch eine verminderte Knochendichte. Manchmal wird Osteoporose erst nach einem Bruch erkannt. Deshalb ist die persönliche Risikobeurteilung wichtig – besonders nach Knochenbrüchen bei geringer Belastung, bei deutlicher Größenabnahme oder wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.

Ob eine Knochendichtemessung sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand des individuellen Risikos. Eine Untersuchung „nur sicherheitshalber“ ist nicht für jede Person gleich sinnvoll.

Bewegung belastet Knochen auf die richtige Weise

Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, Knochen und Muskulatur zu erhalten. Besonders wichtig sind Übungen, bei denen das eigene Körpergewicht getragen wird, sowie angepasstes Kraft- und Gleichgewichtstraining. Gleichzeitig senkt gute Muskelkraft das Sturzrisiko.

Wer bereits Osteoporose, Wirbelkörperbrüche oder starke Bewegungseinschränkungen hat, sollte das Training fachlich abstimmen. Bestimmte Bewegungen können dann ungeeignet sein. Physiotherapie kann helfen, ein sicheres Programm zu finden.

Kalzium und Vitamin D – aber nicht nach dem Motto „viel hilft viel“

Das österreichische Gesundheitsportal nennt eine ausgewogene Ernährung mit ausreichendem Kalzium und Vitamin D als wichtigen Bestandteil von Vorbeugung und Therapie. Kalzium steckt beispielsweise in Milchprodukten, kalziumreichen Mineralwässern und einigen pflanzlichen Lebensmitteln.

Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch nicht automatisch in hoher Dosierung eingenommen werden. Ob Vitamin D oder Kalzium zusätzlich notwendig sind, hängt von Ernährung, Blutwerten, Erkrankungen und Medikamenten ab. Das gehört in die ärztliche oder diätologische Beratung.

Nach einem Bruch besonders aufmerksam sein

Ein Knochenbruch nach geringem Anlass kann ein Hinweis auf Osteoporose sein. Gerade nach einem Sturz sollte deshalb nicht nur der Bruch behandelt, sondern auch gefragt werden, warum der Knochen so leicht gebrochen ist. Bei bestätigter Osteoporose können Medikamente das Risiko weiterer Brüche senken. Welcher Wirkstoff passt, richtet sich nach Frakturrisiko, Begleiterkrankungen und individueller Situation.

Knochen und Sturzprävention gehören zusammen

Bei Osteoporose zählt nicht nur die Knochendichte. Ein Knochenbruch entsteht häufig erst durch einen Sturz. Deshalb gehören Muskelkraft, Gleichgewicht, gutes Schuhwerk, passende Brillen und eine sichere Wohnung zur Frakturvorbeugung. Lose Teppiche, schlechte Beleuchtung oder wackelige Tritte sind besonders vermeidbare Risiken.

Auch nach einem bereits erlittenen Bruch lohnt sich diese doppelte Sichtweise: Warum ist der Knochen gebrochen – und warum kam es zum Sturz? So können Ärztinnen, Physiotherapie und Betroffene gemeinsam mehrere Risikofaktoren angehen, statt sich nur auf einen Labor- oder Messwert zu konzentrieren.

Risikofaktoren im Gespräch offen nennen

Für die ärztliche Einschätzung sind frühere Knochenbrüche, Osteoporose in der Familie, längere Kortisonbehandlungen, sehr niedriges Körpergewicht, Rauchen und bestimmte Erkrankungen wichtig. Bringen Sie vorhandene Befunde und eine Medikamentenliste zum Termin mit. So lässt sich besser entscheiden, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind und welche Maßnahmen wirklich zu Ihrer Situation passen.

Für starke Knochen im Alltag

  • Regelmäßig bewegen und Muskelkraft erhalten.
  • Sturzquellen zu Hause reduzieren.
  • Auf kalziumreiche, ausgewogene Ernährung achten.
  • Vitamin-D- oder Kalziumpräparate nicht wahllos hoch dosieren.
  • Brüche nach geringem Anlass ärztlich auf Osteoporose-Risiko abklären lassen.
  • Verordnete Osteoporose-Medikamente nicht eigenmächtig absetzen.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Risikobeurteilung oder Therapie. Bei bereits bekannter Osteoporose sollten Bewegung und Behandlung individuell abgestimmt werden.