Ein Foto zeigt eine bekannte Person an einem ungewöhnlichen Ort. Ein Video wirkt wie eine echte Nachrichtenszene. Früher konnte man bei Fälschungen oft nach schiefen Händen oder merkwürdigen Gesichtern suchen. Heute reicht das nicht mehr. KI-generierte und manipulierte Bilder, Videos und Audios können sehr überzeugend wirken.
Der wichtigste Hinweis ist oft nicht im Bild
Saferinternet.at betont, dass sichtbare Fehler zwar Hinweise geben können, moderne Deepfakes aber zunehmend schwer zu erkennen sind. Deshalb sollten Sie zuerst fragen: Wer hat den Inhalt veröffentlicht? Woher stammt er? Gibt es dieselbe Information auch bei einer vertrauenswürdigen Quelle?
Ein perfekt aussehendes Bild ist kein Beweis für Echtheit – genauso wenig ist ein kleiner Bildfehler automatisch ein Beweis für KI.
Prüfen Sie die ursprüngliche Quelle
Wenn ein spektakuläres Foto nur als weitergeleiteter Screenshot auftaucht, fehlt oft der Zusammenhang. Suchen Sie nach dem ursprünglichen Beitrag oder nach der Website, von der das Bild stammen soll.
Bei angeblichen Aussagen einer Organisation oder öffentlichen Person lohnt sich der Blick auf deren offizielle Website oder verifizierte Kanäle. Wird das Ereignis dort überhaupt erwähnt?
Eine umgekehrte Bildersuche kann die Vorgeschichte zeigen
Mit Diensten wie Google Lens oder anderen Rückwärts-Bildersuchen lässt sich prüfen, ob ein Bild schon früher im Internet veröffentlicht wurde. Manchmal wird ein echtes altes Foto mit einer neuen, falschen Geschichte verbreitet. Dann ist nicht das Foto gefälscht, sondern der Kontext.
Kennzeichnungen helfen – aber sie sind kein Echtheitssiegel
Seit 2. August 2026 gelten in der EU neue Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme und Deepfakes. Anbieter und Betreiber müssen in bestimmten Fällen über KI-Interaktion oder künstlich erzeugte beziehungsweise manipulierte Inhalte informieren.
Solche Kennzeichnungen sind hilfreich. Das Fehlen eines Hinweises beweist jedoch nicht automatisch, dass ein Inhalt echt ist. Inhalte können außerhalb des Geltungsbereichs entstehen, Kennzeichnungen verloren gehen oder Regeln missachtet werden.
Vor dem Weiterleiten kurz stoppen
Besonders emotionale Bilder werden schnell geteilt. Nehmen Sie sich vor dem Weiterleiten eine Minute Zeit: Quelle ansehen, Überschrift suchen, einen zweiten Bericht prüfen. Wenn der Inhalt nicht verifiziert werden kann, ist Nicht-Weiterleiten oft die beste Entscheidung.
Die Vier-Schritte-Prüfung
- Quelle: Wer hat den Inhalt zuerst veröffentlicht?
- Kontext: Passt Bild oder Video wirklich zur behaupteten Geschichte?
- Vergleich: Bestätigen andere seriöse Quellen das Ereignis?
- Herkunft: Findet eine Rückwärts-Bildersuche ältere Versionen?
Hinweis: Es gibt keinen einfachen Blicktest, der jedes Deepfake zuverlässig erkennt. Quelle und Kontext sind deshalb wichtiger geworden als einzelne optische Merkmale.
