Kurz erklärt: Große Hitze kann den Körper im Alter stärker belasten. Das Durstgefühl kann schwächer werden und auch die körpereigene Kühlung funktioniert oft weniger gut. Besonders wichtig sind deshalb eine möglichst kühle Wohnung, regelmäßiges Trinken, weniger körperliche Belastung und das rechtzeitige Erkennen von Warnzeichen.
Warum ist Hitze ab 60 besonders wichtig?
Mit zunehmendem Alter kann das Durstgefühl nachlassen. Gleichzeitig reagieren ältere Menschen häufig empfindlicher auf hohe Temperaturen und längere Hitzeperioden. Chronische Erkrankungen und bestimmte Medikamente können die Belastung zusätzlich erhöhen.
Das bedeutet nicht, dass jede heiße Sommerwoche automatisch gefährlich ist. Entscheidend ist, den Körper nicht über längere Zeit zu überhitzen und bei ungewöhnlichen Beschwerden früh zu reagieren.
Wie halte ich die Wohnung möglichst kühl?
- Früh lüften: Nutzen Sie die kühleren Nacht- und frühen Morgenstunden zum Lüften.
- Tagsüber abdunkeln: Jalousien, Rollläden, Vorhänge oder andere Verschattungen helfen, direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren.
- Fenster bei großer Außenhitze geschlossen halten: Wenn es draußen deutlich wärmer ist als drinnen, gelangt sonst zusätzliche Wärme in die Wohnung.
- Wärmequellen reduzieren: Schalten Sie nicht benötigte Lampen und Elektrogeräte möglichst aus.
- Kühlere Räume nutzen: Halten Sie sich, wenn möglich, in den kühlsten Bereichen der Wohnung oder an einem kühleren öffentlichen Ort auf.
Wichtig: Für Wohnungen mit Gasthermen oder Gasdurchlauferhitzern können besondere Lüftungsregeln gelten. Beachten Sie die Sicherheitsinformationen Ihres Geräts beziehungsweise der zuständigen Fachstelle.
Wie sollte ich bei Hitze trinken?
Warten Sie nicht ausschließlich auf Durst. Gerade ältere Menschen sollten regelmäßig über den Tag verteilt trinken und Getränke gut sichtbar und leicht erreichbar bereitstellen. Wasser, Mineralwasser sowie ungesüßte oder wenig gesüßte Getränke sind dafür grundsätzlich geeignet.
Keine pauschale Menge gilt für alle: Wenn Sie wegen einer Herz-, Nieren- oder anderen Erkrankung nur begrenzt trinken dürfen oder entwässernde Medikamente einnehmen, klären Sie Ihre persönliche Trinkmenge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ändern Sie eine medizinisch vorgegebene Flüssigkeitsmenge nicht eigenständig.
Was hilft dem Kreislauf zusätzlich?
- Verlegen Sie Einkäufe, Spaziergänge und andere anstrengende Tätigkeiten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.
- Meiden Sie direkte Mittagssonne und starke körperliche Anstrengung.
- Tragen Sie leichte, luftige Kleidung.
- Kühlen Sie den Körper zwischendurch, zum Beispiel mit einer lauwarmen Dusche oder feuchten Tüchern.
- Essen Sie eher leichte, wasserreiche Mahlzeiten, wenn Ihnen schwere Speisen bei Hitze zu schaffen machen.
Was muss ich bei Medikamenten beachten?
Hitze kann bei manchen Erkrankungen und Medikamenten eine zusätzliche Belastung darstellen. Das betrifft zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck, entwässernde Medikamente sowie bestimmte Arzneimittel bei Diabetes, Schilddrüsen- oder neurologischen Erkrankungen.
Ändern Sie Medikamente niemals eigenmächtig. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen oder eine chronische Erkrankung haben, sollten Sie bei längeren Hitzeperioden mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke klären, worauf Sie besonders achten müssen.
Welche Warnzeichen sollte ich ernst nehmen?
Hitzebeschwerden können sich unter anderem durch Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Benommenheit oder Verwirrtheit bemerkbar machen. Bei älteren Menschen können solche Beschwerden rasch ernst werden.
Bei medizinischen Fragen können Sie in Österreich die Gesundheitsberatung 1450 kontaktieren. Das Hitzetelefon 0800 880 800 bietet während der Hitzesaison kostenlose Beratung und praktische Tipps; die jeweils aktuellen Erreichbarkeitszeiten finden Sie auf gesundheit.gv.at.
Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot, Verdacht auf Hitzschlag oder schweren Kreislaufproblemen: Notruf 144.
Was kann ich für ältere Angehörige oder Nachbarn tun?
Besonders alleinlebende oder pflegebedürftige Menschen können bei Hitze Unterstützung brauchen. Ein kurzer regelmäßiger Kontakt kann helfen, Probleme früh zu bemerken.
- Fragen Sie, ob ausreichend Getränke vorhanden und erreichbar sind.
- Prüfen Sie gemeinsam, ob die Wohnung tagsüber gut verschattet werden kann.
- Planen Sie Besorgungen möglichst außerhalb der heißesten Tageszeit.
- Achten Sie auf ungewöhnliche Müdigkeit, Verwirrtheit, Schwindel oder Kreislaufbeschwerden.
- Halten Sie wichtige Telefonnummern wie 1450 und 144 griffbereit.
Was sollte ich vor der nächsten Hitzewelle vorbereiten?
- Verschattung und Lüftungsmöglichkeiten der Wohnung prüfen.
- Getränkevorrat und leicht erreichbare Trinkgefäße vorbereiten.
- Bei chronischen Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme offene Fragen vorab medizinisch klären.
- Mit Angehörigen oder Nachbarn vereinbaren, wer bei starker Hitze regelmäßig Kontakt hält.
- Hitzewarnungen und aktuelle Informationen Ihrer Region beachten.
Offizielle Quellen
- Gesundheitsportal – Der richtige Umgang mit Hitze
- Gesundheitsportal – Hitzetelefon
- Gesundheitsportal – Trinken im Alter
- Stadt Wien – Verhalten bei Hitzewellen
- Stadt Wien – Wirkung von Arzneimitteln bei Hitze
Stand: 19. August 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei chronischen Erkrankungen, eingeschränkter Flüssigkeitszufuhr oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte das persönliche Vorgehen ärztlich abgeklärt werden. OTS diente ausschließlich als Recherche-Auslöser; übernommen wurden keine OTS-Inhalte.
