Geld, Gutscheine oder Krypto: Die deutlichsten Stoppschilder beim Love Scam

Das stärkste Warnsignal beim Love Scam ist eine Bitte um Geld. Sie kann direkt kommen oder gut getarnt sein: Überweisung, Gutscheinkarten, Kryptowährungen, Paketkosten, Krankenhausrechnung oder angebliche Reisegebühr.

Viele Betroffene zahlen nicht, weil sie leichtgläubig sind. Sie zahlen, weil sie glauben, einem geliebten Menschen in einer Notlage zu helfen. Genau das nutzen Betrüger aus.

Warum die erste Zahlung so wichtig ist

Watchlist Internet beschreibt, dass nach einer ersten Zahlung oft weitere Forderungen folgen. Das ist typisch. Erst geht es um eine kleine Summe. Danach kommt eine neue Schwierigkeit: Zoll, Anwalt, Krankenhaus, Flugticket, gesperrtes Konto, Steuer, Visum oder angeblich gefährliche Situation.

Die erste Zahlung beendet die Notlage meist nicht. Sie zeigt den Tätern nur, dass Sie erreichbar und manipulierbar sind.

Gutscheinkarten sind besonders verdächtig

Wenn eine Online-Bekanntschaft Gutscheincodes verlangt, sollten alle Alarmglocken läuten. Gutscheinkarten lassen sich schnell weiterverkaufen oder anonym einlösen. Wenn der Code einmal gesendet wurde, ist das Geld meist weg.

Typische Formulierungen sind: „Kauf bitte nur kurz eine Karte“, „Schick mir den Code“, „Ich brauche sie für mein Handy“, „Ich kann gerade nicht auf mein Konto zugreifen.“ Auch wenn die Summe klein wirkt: Es bleibt eine Geldforderung.

Krypto und angebliche Geheimtipps

Eine moderne Variante ist der Investment-Love-Scam. Dabei baut die Person zuerst eine emotionale Bindung auf und empfiehlt dann eine angeblich sichere Anlageplattform, oft im Bereich Kryptowährungen. Am Anfang wirken kleine Gewinne möglich oder werden sogar vorgetäuscht. Später steigen die Einzahlungen, bis das Geld nicht mehr zurückkommt.

Besonders gefährlich sind Sätze wie: „Ich zeige dir eine sichere Möglichkeit“, „Nur wir beide wissen davon“, „Du musst schnell einsteigen“ oder „Ich habe einen Experten, dem ich vertraue.“ Liebe und Geldanlage gehören bei neuen Online-Kontakten nicht zusammen.

Auch Pakete und Konten können Teil der Masche sein

Nicht immer wird direkt Geld verlangt. Manchmal sollen Betroffene Pakete weiterleiten, ein Konto zur Verfügung stellen, eine Zahlung empfangen oder Waren kaufen. Das kann rechtliche Probleme verursachen. Wer Geld oder Waren für unbekannte Internetkontakte weiterleitet, kann selbst in schwierige Situationen geraten.

Wenn eine Person Sie bittet, finanzielle Vorgänge für sie zu erledigen, brechen Sie den Kontakt ab und holen Sie Rat ein.

Was tun, wenn bereits Geld geflossen ist?

Schämen Sie sich nicht. Sichern Sie Chatverläufe, Kontodaten, Zahlungsbelege, Fotos, Telefonnummern und Profilnamen. Kontaktieren Sie rasch Bank oder Zahlungsanbieter. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Melden Sie das Profil auf der Plattform.

Wichtig ist auch: Keine weiteren Zahlungen leisten. Auch dann nicht, wenn mit Veröffentlichung, Polizei, Anwälten oder Verlust der Beziehung gedroht wird.

Praxis-Checkliste

  • Kein Geld an Personen überweisen, die Sie nur online kennen.
  • Keine Gutscheincodes, Kryptowährungen oder Waren senden.
  • Keine Pakete oder Zahlungen für Online-Bekanntschaften weiterleiten.
  • Bei bereits erfolgter Zahlung sofort Bank oder Zahlungsanbieter kontaktieren.
  • Beweise sichern und Anzeige erstatten.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung. Bei konkretem Schaden bitte rasch Bank, Zahlungsdienst, Polizei oder Konsumentenschutz kontaktieren.