Eine professionell aussehende Website, ein freundlicher Anruf oder ein angeblicher Finanzberater sind kein Beweis dafür, dass ein Anbieter in Österreich tatsächlich Bank-, Kredit- oder Wertpapierdienstleistungen anbieten darf. Die Finanzmarktaufsicht Österreich stellt mehrere kostenlose Werkzeuge bereit, mit denen sich die Berechtigung eines Unternehmens vor einer Überweisung oder einem Vertragsabschluss prüfen lässt.
Warum die FMA-Datenbank wichtig ist
Viele Finanzdienstleistungen dürfen in Österreich nur mit entsprechender Konzession oder Registrierung angeboten werden. Die Unternehmensdatenbank der FMA zeigt, ob ein Unternehmen über eine Berechtigung verfügt und welche Tätigkeiten diese umfasst.
Das ist wichtig, weil ein Firmenname allein wenig aussagt. Betrüger können Namen verwenden, die seriös klingen, oder sich an bestehende Unternehmensnamen anlehnen. Deshalb sollte nicht nur nach dem Namen gesucht, sondern auch auf Website, Sitz, Kontaktdaten und den konkret erlaubten Tätigkeitsbereich geachtet werden.
Schritt 1: Anbieter in der Unternehmensdatenbank suchen
Öffnen Sie die FMA-Unternehmensdatenbank und suchen Sie nach dem vollständigen Namen des Unternehmens. Prüfen Sie anschließend, ob die Angaben zur Firma zu dem Angebot passen, das Ihnen vorliegt.
Eine vorhandene Konzession für einen bestimmten Bereich bedeutet nicht automatisch, dass jede denkbare Finanzdienstleistung erlaubt ist. Die FMA-Datenbank gibt deshalb auch Auskunft über den Umfang einer Berechtigung.
Schritt 2: Bei Vermittlern zusätzlich die Vermittler-Abfrage nutzen
Wenn nicht die eigentliche Finanzfirma, sondern eine einzelne Person oder ein Vermittlungsunternehmen Kontakt aufnimmt, kann zusätzlich die Vermittler-Abfrage relevant sein. Dort lässt sich prüfen, ob jemand als Wertpapiervermittler oder vertraglich gebundener Vermittler geführt wird.
Schritt 3: Aktuelle FMA-Warnungen durchsuchen
Die FMA veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor Anbietern, die bestimmte konzessionspflichtige Dienstleistungen in Österreich nicht erbringen dürfen. Am 23. September 2026 warnte die Behörde beispielsweise vor „Solvancy Finanz“ und hielt fest, dass dieser Anbieter keine Berechtigung für bestimmte konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich hat.
Eine solche Warnung ist ein starkes Signal, keinen Vertrag abzuschließen und kein Geld zu überweisen. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn ein Name nicht auf der Warnliste steht, ist damit noch nicht automatisch bewiesen, dass das Angebot seriös ist. Die FMA weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zulassung selbst geprüft werden sollte.
Die FMA-App bündelt mehrere Prüfwerkzeuge
Wer häufiger Finanzangebote prüft, kann auch die FMA-App verwenden. Sie bündelt Unternehmensdatenbank, Vermittler-Abfrage und aktuelle Investorenwarnungen. Damit lässt sich ein Anbieter auch unterwegs gegen offizielle Informationen abgleichen.
Vor einer Überweisung diese Angaben vergleichen
- vollständiger Firmenname,
- Website-Domain,
- angegebener Firmensitz,
- E-Mail-Domain und Telefonnummer,
- Kontoinhaber und Land der Bankverbindung,
- Art der angebotenen Finanzdienstleistung,
- Eintrag und Berechtigungsumfang in der FMA-Datenbank.
Vorsicht bei Zeitdruck und ungewöhnlichen Zahlungswegen
Ein seriöser Prüfprozess braucht Zeit. Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn eine sofortige Überweisung verlangt wird, Gewinne garantiert werden, ausschließlich über Messenger kommuniziert wird oder Geld auf ungewöhnliche Konten beziehungsweise in schwer nachvollziehbare Zahlungswege geleitet werden soll.
Wenn Zweifel bestehen, sollte kein zusätzliches Geld überwiesen werden, nur um eine angebliche Auszahlung, Steuer, Freischaltung oder Rückzahlung zu ermöglichen. Bei bereits erfolgten Zahlungen ist es sinnvoll, Bank und zuständige Stellen rasch zu kontaktieren.
Was tun, wenn Sie bereits Geld überwiesen haben?
Sichern Sie Zahlungsbelege, E-Mails, Chatverläufe, Telefonnummern und Screenshots der Website. Kontaktieren Sie Ihre Bank so rasch wie möglich und schildern Sie den Vorgang. Die FMA bietet Verbraucherinformation an; bei Verdacht auf Betrug kann zusätzlich eine Anzeige bei der Polizei in Betracht kommen.
Quellen und weitere Informationen
FMA Österreich, Übersicht der Unternehmensdatenbanken:
fma.gv.at – Datenbanken
FMA-App mit Unternehmensdatenbank, Vermittler-Abfrage und Warnungen:
fma.gv.at – FMA-App
Aktuelle FMA-Warnungen:
fma.gv.at – Warnungen
Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Verbraucherinformation und keine Empfehlung für oder gegen ein bestimmtes Finanzprodukt. Bei einer konkreten Geldanlage sollten Risiken und persönliche Situation unabhängig geprüft werden.
